Ihr Lieben,

die SARS-CoV-2-Pandemie währt mittlerweile fast anderthalb Jahre; 3 Millionen Menschen in Deutschland waren oder sind daran erkrankt, 80.000 haben die Erkrankung nicht überlebt. Spätestens seit dem letzten Quartal des Vorjahres beunruhigen die Epidemiologen, Virologen, Fachleute und uns die, wie man im ruhr-rheinischen Jargon gern sagt, „Mutanten“, mit Hilfe derer sich das Virus menschlichen Abwehrversuchen raffiniert querstellt. Wir Kirchen hatten schon einen „Gedenktag für die Opfer der CoVid-19“, aber auch für den gesamten zivilgesellschaftlichen Raum sollte ein Gedenktag Raum für „Trauern und Trösten“ schaffen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wählte diesen Sonntag dafür und lud die Kirchen und Vertreter der Religionsgemeinschaften ein, zunächst einen ökumenischen Trauergottesdienst in Berlin zu gestalten, ein Staatsakt wird folgen. Das wird sicher neben der Frohen Botschaft von der Kraft des Staunens – hier genauer über die Auferstehungsbotschaft – im Fokus unserer Sonntagsgottesdienste stehen.

Dass mich – als Mitverantwortlicher in der Pastoral, aber ebenso als Ehrenamtskoordinator und Freiwilligenmanager im Pfarrei-Team „Ehrenamt“ – die Zukunft ehrenamtlichen Engagements unter den sich verändernden Bedingungen im kirchlichen Raum allgemein, unter den speziellen Beanspruchungen der Pfarreientwicklungsprozesse im besonderen momentan immer stärker umtreibt, liegt nicht nur an den diesjährig anstehenden Gremienwahlen. Was die Phalanx der Hauptberufler in Bistum und Pfarreien den Ehrenamtlern vor Ort an Entscheidungen zumutet und damit an Bereitstellung zeitlicher und arbeitsökonomischer Ressourcen abverlangt, während zugleich dieselbe Kirche – hier insbesondere die Führungsriege – im fortwährenden Skandal von geistlichem Machtmissbrauch und Missbrauch sexualisierter Gewalt af breitester Linie gänzlich versagt, finde ich persönlich mehr als grenzwertig.

Ich spitze es einmal so zu: Während diese verantwortungsethischen Konflikte die Kirche bis ins Mark erschüttern, während der Horror der Pandemie ganze Familien, Gemeinden und Pfarreien lähmt, erwartet die Kirche von denen, für die sie da ist, weiter fleißig die Pfarreientwicklungsprozesse abzuwickeln. Wo bleibt der empathische Blick auf die Befindlichkeiten? Nimmt jemand wahr, dass viele, die sich ehrenamtlich engagieren nicht nur arbeitstechnisch „auf dem letzten Loch pfeifen“? Weiteres dazu in einer Kurzversioin im aktuewllen Gemeindebrief.

Einen gesegneten Sonntag, nach Sonnenuntergang schön brav zuhause bleiben und – bleibt gesund und behütet!

Michael Clemens, Pastor