Ukrainische Gemeinde in Mülheim an der Ruhr

Am blutigen Donnerstag, den 24. Februar 2022, um 3:40 wurden die Ukrainer von Geräuschen der russischen Raketen aufgeweckt. Viele Familien mussten ihre Städte und Dörfer verlassen und nach einem neuen Wohnort suchen. Viele von ihnen sind nach Deutschland gekommen, wo sie echte christliche Liebe und menschliche Solidarität erfahren haben. Eine Menge der Ukrainer wohnen jetzt im Ruhrgebiet und bekommen eine geistliche Unterstützung des Ruhrbistums. Es gab schon lange ukrainische griechisch-katholische Gemeinden in Düsseldorf und Münster. Seit dem Anfang des Krieges gibt es auch eine ukrainische katholische Seelsorge im Bistum Essen. Die erste ukrainische Messe im Ruhrbistum wurde am 24. April 2022 in der St.Michael-Kirche in Mülheim an der Ruhr (Speldorf) gefeiert. Es war Ostersonntag nach dem Julianischen Kalender. Seit diesem Tag wird in Mülheim eine ukrainische Messe jeden Sonntag und an Hochfesten  gefeiert. Seit einigen Monaten wird die ukrainische Messe in der Christ-König-Kirche gefeiert.

Feier der Heiligen Messe: jeden Sonntag um 13 Uhr in der Gemeinde Christ-König, Freiherr-vom-Stein-Str. 50, Mülheim an der Ruhr

 

Inzwischen wurde die Gruppe der ukrainischen Christen zu einer echten Gemeinde mit einer eigenen kleinen Geschichte. Die Gemeinde hat jetzt vier Messdiener und eine Singgruppe. Zu Pfingsten 2023 gingen fünf Kinder zur Erstkommunion. Es gibt Katecheseangebote für Kinder und Erwachsene. Jeden Sonntag kommen etwa 50 Menschen zur Messe. Die Gemeinde besteht aus den Menschen, die in Mülheim, Essen, Duisburg, Oberhausen, Bochum, Gelsenkirchen und anderen Städten wohnen. Manche Leute brauchen mehr Zeit, um mit dem offenen Straßenverkehr zu kommen, als die Messe dauert.

Die Existenz der ukrainischen katholischen Gemeinde in Mülheim ist ein Zeichen der Liebe. Die Liebe Gottes hat diese Menschen gesammelt. Die Liebe der deutschen Mitchristen hat die Geburt dieser Gemeinde ermöglicht. Die ukrainische Gemeinde ist für offene Herzen der deutschen Brüder und Schwestern sehr dankbar.

Bei Interesse oder Rückfragen melden sie sich gerne bei:

Prof. Dr. Oleh Shepetiak
 Subsidiar Pfarrei St. Barbara

 Subsidiar Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt 
 Ansprechpartner ukrainische Gemeinde

 Dozent in Bochum und Münster
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 0208/94059661

 Geschichtlicher Rückblick

Die Geschichte der ukrainischen Diaspora in Deutschland beginnt noch im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit gehörten die westlichen Regionen der Ukraine (Königreich Galizien und Grafschaft Bukowina) zu Österreich-Ungarn. Weil die Westukrainer Deutsch als Staatssprache gelernt haben, hatten sie mehrere Kontakte mit deutschsprachigen Ländern. In 1918 wurde die Ostukraine, die bis dahin zum Russischen Reich gehörte, frei. Nach der Einladung der ukrainischen Regierung, ist im selben Jahr die deutsche kaiserliche Armee gekommen, um dem jungen ukrainischen Staat zu helfen, seine Freiheit zu erlangen, für die das ukrainische Volk jahrhundertelang gekämpft hatte. Die deutsche Militärhilfe ermöglichte den Aufbau der politischen und wirtschaftlichen Institute in der Ukraine. Die politische Wende in Deutschland und den Untergang des Hauses Hohenzollern hat man auch in der Ukraine stark gespürt, wo die massive Unterstützung verloren ging.

Die Ostukraine wurde 1920 okkupiert. Viele Ukrainer wurden verpflichtet, ihre Heimat zu verlassen. Eine Großzahl der Migranten sind nach Deutschland gekommen, mit der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden. Dort gab es bereits eine kleine ukrainische Diaspora, die aus verschiedenen Gründen hier früher angekommen war. Eine neue Welle der ukrainischen Migranten fand am Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Die Ukrainer, die schon schlechte Erfahrungen mit dem Leben unter der russischen Okkupation hatten, kamen nach Deutschland. 

Eine neue Welle der ukrainischen Migranten fand in den 90-er Jahren statt. Das waren normalerweise Gastarbeiter. 

Eine große Zahl der Ukrainer ist 2022 nach Deutschland gekommen, wegen des Krieges mit Russland. Mit den Menschen ist auch ihre Kirche gegangen, um den Menschen zu helfen, der eigenen Religiosität und Kultur weiter zu helfen.

Die religiöse Situation in der Ukraine ist nicht einfach. Als ein Land, das an der Grenze zwischen Westen und Osten liegt, schuf die Ukraine eine Kultur und Geschichte, in der Einflüsse von beiden Seiten spürbar sind. Dieser Grenzcharakter zeigte sich schon am Anfang der Geschichte des Christentums in der Ukraine. Im ersten Jahrtausend kamen Missionare aus verschiedenen Teilen der christlichen Welt in die Ukraine: aus Byzanz, Bulgarien und dem Deutschen Reich. Der deutsche Kaiser Otto der Große organisierte eine große und erfolgreiche Mission in der Ukraine. Im Jahr 988 wurde die Ukraine getauft, d.h. das Christentum wurde zur offiziellen Staatsreligion. Der damalige Großfürst Wolodymyr von Kiew hatte entschieden, dass der byzantinische liturgische Ritus in der Kirche der Ukraine herrschen solle. Das war eine Entscheidung, die die Ukraine für lange Zeit mit Byzanz verbunden hat.

Die Weltkirche war damals noch nicht getrennt. Zu einer Trennung zwischen Rom und Konstantinopel kam es erst 1054. Obwohl viele Leute eine falsche Vorstellung über diese Trennung haben, soll hier unterstrichen werden, dass das eine Trennung zwischen Rom und Konstantinopel war, und nicht die Trennung zwischen Ost und West. Die Kirchen im Osten sind anders organisiert als im Westen. Wenn es im Westen damals nur eine einzige Kirche gab, und an ihrer Spitze der Papst war, gab es im Osten mehrere kleinere Kirchen, und jede hatte einen eigenen Patriarchen. Als der Patriarch von Konstantinopel einen Konflikt mit Rom hatte, haben das die anderen Patriarchen (von Alexandria, Antiochien, Jerusalem…) als ein Ereignis akzeptiert, mit dem sie gar nichts zu tun hatten. In den nächsten Jahrhunderten gab es fast in jeder Ostkirche eine prorömische und eine prokonstantinopelische Partei, deren Beziehungen manchmal ganz schwierig waren. In vielen Kirchen hat diese Spannung endlich zur völligen Trennung auf eine orthodoxe Kirche, die in Verbindung mit Konstantinopel steht, und eine katholische Ostkirche, die in Verbindung mit Rom steht, geführt.

In der Ukraine ist der Zeitpunkt der Entscheidung im 16. Jh. gekommen. In 1596 haben sich die ukrainischen Bischöfe zu einem Konzil versammelt, an dem sie entschieden haben, die Einheit der ukrainischen Kirche mit der ganzen Katholischen Kirche zu bestätigen. Wie bei jeder klaren Entscheidung, gab es auch diejenigen, die die Einheit mit dem Apostolischen Stuhl nicht akzeptiert haben. Dazu gehörten einige adelige Familien, die mit der Union ihren Einfluss auf die Kirche verloren haben. Im Rahmen dieser Spannung ist Theophanes III., Patriarch von Jerusalem, 30 Jahre nach der Unionbeschießung in die Ukraine gekommen und hat heimlich neue Bischöfe für die Ukraine geweiht, weil alle ukrainische Bischöfe, die in dieser Zeit im Amt waren, sich als katholisch erklärt hatten. Nach der Theophanes-Mission ist die Ukraine konfessionell getrennt worden. Die Christen, die sich für die Einheit mit Rom entschieden, nennen sich heute „griechisch-katholisch“ (Katholiken, die den byzantinischen, d.h. griechischen Ritus verwenden). Diejenigen aber, die die katholische Einheit nicht anerkennen, nennen sich „orthodox“. Diese Trennung der Kirche war und bleibt eine der größten historischen Tragödien der Ukraine. Die Beziehungen zwischen beiden ukrainischen Kirchen lassen sich zu den Beziehungen zwischen katholiken und evangelischen Christen in Deutschland vergleichen: im 16. Jh. waren sie feindlich und heute probieren sie sich in der Ökumene.

Die Trennung der Ukraine zwischen Österreich-Ungarn und Russland hat eine bedeutsame Rolle im Kirchenleben gespielt. In der Westukraine, die zu Österreich-Ungarn gehörte, lebten nur die Griechisch-Katholiken. Sie hatten eine religiöse und kulturelle Freiheit. In der Ostukraine, die zum Russischen Reich gehörte, waren die beiden ukrainischen Kirchen stark verfolgt: die Griechisch-Katholische Kirche wurde in 1839 verboten; die Orthodoxe Kirche wurde gezwungen, sich mit der Russischen Orthodoxen Kirche zu verbinden. Der erste Versuch, die eigene Freiheit zu erneuern, fand am Anfang des 20. Jh. statt. Die Sowjetische Okkupation der ganzen Ukraine hat nicht nur die Ukrainische Orthodoxe Kirche verstört, sondern auch zum Verbot der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in 1945 geführt. Die Geschichte der Griechisch-Katholischen Kirche dieser Zeit ist mit dem Blut der Märtyrer gezeichnet. Die ganze sowjetische Periode über, existierten griechisch-katholische Gemeinden trotz der starken Verfolgung im Untergrund. Die Kirche hat aber in der Diaspora geblüht.

Die ukrainischen Katholiken Deutschlands wurden 1927 in eine Apostolische Visitatur mit dem Sitz in Berlin organisiert. Zum Visitator wurde Petro Werhun, der am Ende des Zweiten Weltkrieges von russischen Soldaten festgenommen und nach vielen Jahren in sowjetischen Konzentrationslagern ermordet wurde. In 2001 wurde er seliggesprochen. In 1947 hat der Papst Pius XII. die ukrainischen Katholiken in ein Erzbistum organisiert. Zum Erzbischof wurde Iwan Butschko. In 1959 schuf der Papst Johannes XXIII. ein Apostolisches Exarchat für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien mit dem Sitzt in München. Das Exarchat wurde von Bischöfen Platon Kornyljak (1959-1996), Petro Kryk (2001-2021), Bohdan Dsjurach (seit 2021) geleitet. Die Exarchen sind Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und vertreten die ukrainischen Christen in einer engen Zusammenarbeit mit den katholischen Bistümern Deutschlands.

Seit 1989 leben die griechisch-katholische Gemeinden in der Ukraine offen. Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche gehört heute zu den größten Kirchen der Ukraine. Anfang der 90-er Jahre hat sich auch ein Großteil der ukrainischen Orthodoxen von der Russischen Orthodoxen Kirche getrennt und sich als eigene Orthodoxe Kirche erklärt. Seit dieser Zeit gibt es in der Ukraine zwei orthodoxe Kirchen: die Ukrainische Orthodoxe Kirche und die Russische Orthodoxe Kirche. 2015 wurde die Autokephalie (Selbstständigkeit) der Ukrainischen Orthodoxen Kirche vom Patriarchen von Konstantinopel und anderen orthodoxen Kirchen akzeptiert und anerkannt.

Gemeinde Christ König

ChristKoenigLogoFreiherr-vom-Stein-Str. 50
45473 Mülheim Winkhausen

Gottesdienste Christ König

21Apr.
Hl. Messe
10:00 - 11:00 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
21Apr.
byzantinische Messe
13:00 - 14:30 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
21Apr.
Sonntags-Special
18:00 - 19:30 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
24Apr.
Beerdigungsamt
11:00 - Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
28Apr.
Hl. Messe
10:00 - 11:00 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
28Apr.
Tauffeier
11:00 - 12:00 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
28Apr.
byzantinische Messe
13:00 - 14:30 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim
04Mai
Erstkommunionfeier
11:00 - 13:00 Uhr
Freiherr-vom-Stein-Str. 50 Mülheim